Wie deine Website neue Mitarbeiter findet, nicht nur Kunden.
Bei den meisten KMU ist die Karriereseite das größte ungenutzte Potenzial. Warum Bewerber zuerst auf deiner Website landen und wie du daraus echte Bewerbungen machst.
Die meisten kleinen Betriebe verstehen ihre Website als Schaufenster für Kunden. Dabei entscheidet sie oft schon mit darüber, ob sich jemand bei dir bewirbt oder weiterzieht.
01 —Der Engpass sitzt längst woanders
Wer einen kleinen Betrieb führt, kennt die Sorge um neue Kunden. Inzwischen ist die Sorge um neue Mitarbeiter mindestens genauso groß. Im Jahr 2025 konnte rechnerisch rund ein Drittel aller offenen Stellen für qualifizierte Fachkräfte nicht besetzt werden, weil es schlicht keine passenden Bewerber gab. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen, so der Jahresrückblick des KOFA, des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft.
Die Website kann hier mehr leisten, als die meisten ihr zutrauen. Sie ist oft der erste Ort, an dem sich ein möglicher Bewerber ein Bild von dir macht.
02 —Bewerber schauen zuerst bei dir vorbei
Bevor jemand eine Bewerbung schreibt, informiert er sich. Und der wichtigste Anlaufpunkt dafür ist die Website des Arbeitgebers. In einer Befragung von über 1.600 echten Bewerbern lag die Karriere-Website mit gut 69 Prozent auf Platz eins der Informationsquellen, noch vor den großen Jobbörsen.
Das heißt für dich: Selbst wenn jemand über eine Stellenanzeige oder eine Empfehlung auf dich aufmerksam wird, landet er anschließend bei dir auf der Seite. Was er dort findet, entscheidet mit darüber, ob aus dem Interesse eine Bewerbung wird.
Die Karriereseite ist kein netter Zusatz für später. Für die meisten Bewerber ist sie die erste echte Begegnung mit dir als Arbeitgeber. Behandle sie mit derselben Sorgfalt wie deine Verkaufsseiten.
03 —Was Bewerber wirklich wissen wollen
Eine gute Karriereseite beantwortet die Fragen, die sich jeder vor einer Bewerbung stellt. Wie ist es, hier zu arbeiten? Wer sind die Menschen im Team? Wie läuft die Bewerbung ab, und wie lange dauert sie? An wen kann ich mich wenden?
Der Ansprechpartner zählt mehr als jedes Hochglanzbild
In den Befragungen steht ein konkreter Ansprechpartner mit Namen, Foto und Kontaktmöglichkeit ganz oben auf der Wunschliste. Das ist auch nachvollziehbar. Wer sich bewirbt, möchte wissen, mit wem er es zu tun hat. Gerade kleine Betriebe können hier punkten, weil sie diese Nähe ohnehin leben und sie auf der Seite nur sichtbar machen müssen.
04 —Die Fehler, die fast alle machen
Die häufigste Schwäche ist eine Karriereseite, die wie eine Werbebroschüre klingt und nichts Konkretes sagt. Bewerber durchschauen das sofort. Floskeln über ein „dynamisches Team“ und „spannende Herausforderungen“ verraten nichts darüber, wie der Arbeitstag wirklich aussieht.
Dazu kommen handfeste Hürden. Informationen zum Bewerbungsablauf fehlen oft komplett. Das Bewerbungsformular verlangt zehn Pflichtfelder und ein Anschreiben, obwohl die meisten heute vom Handy aus schauen. Und nicht selten ist der Karrierebereich so versteckt, dass man ihn erst suchen muss. Jede dieser Hürden kostet dich Bewerbungen, die du nie zu Gesicht bekommst.
Die Karriereseite ist für viele Bewerber die erste Begegnung mit dir als Arbeitgeber. Diesen ersten Eindruck verschenkst du nur einmal.
05 —So wird aus der Seite ein Bewerbermagnet
Du brauchst dafür keine teure Imagekampagne. Ein paar ehrliche Bausteine bringen am meisten. Zeig echte Fotos aus dem Betrieb statt Stockbilder. Beschreib den Arbeitsalltag in normaler Sprache. Erklär in zwei, drei Sätzen, wie die Bewerbung abläuft und wann sich jemand zurückmeldet. Nenn einen festen Ansprechpartner mit Gesicht und Telefonnummer. Und halte die Bewerbung selbst so kurz wie möglich, am besten mit wenigen Feldern, die auch vom Handy aus in zwei Minuten ausgefüllt sind.
Technisch hilft es, wenn deine Stellen auch bei Google auffindbar sind und die Seite auf dem Smartphone sauber funktioniert. Genau solche Dinge baue ich bei den Websites, die ich für Betriebe umsetze, von vornherein mit ein, damit die Karriereseite vom Start weg arbeitet und nicht nur existiert.
Der Fachkräftemangel trifft kleine Betriebe besonders hart, und an dieser Lage wird sich so schnell nichts ändern. Die eigene Website ist eines der wenigen Werkzeuge, das du komplett selbst in der Hand hast. Wer sie ernst nimmt und ehrlich zeigt, wie es ist, bei ihm zu arbeiten, verschafft sich im Wettbewerb um gute Leute einen Vorsprung, der nicht am Gehalt hängen muss.